Halle Westfalen. 2. Oktober 2009. Wer in der Stadt Halle Westfalen ein Baugrundstück sucht, wird sofort auf die Baugebiete Bachweide und Berghof stoßen. Aber es gibt noch mehr: Gebaut werden kann auch am Tiefer Weg in Oldendorf, an der Albert-Schweitzer-Straße, der Behringstraße oder am Kleeweg in Gartnisch, am Amshausener Weg in Künsebeck oder an der Jahnstraße südlich der City.
Private Anbieter und die Stadt Halle halten zurzeit rund 100 Baugrundstücke vor. Das hätte in den besten Jahren gerade mal die Nachfrage von zehn Monaten befriedigen können. Seit zwei Jahren ist der Andrang jedoch rückläufig. „Pro Woche erreichen uns im Rathaus ein bis zwei Anfragen von Menschen, die in Halle bauen wollen“, weiß Heinz-Udo Lakemper, Grundstücksexperte im Fachbereich 4 der Stadtverwaltung. Lakemper sendet Exposés aus, bietet auch persönliche Gespräche an oder stellt Kontakte zu anderen Anbietern vor Ort her.
Die Stadt hat momentan nur noch 21 Baugrundstücke für Ein- und Zweifamilienhäuser im Angebot. Die restlichen rund 80 befinden sich im Besitz von Privatleuten, werden teilweise von Banken oder Maklern zum Kauf angeboten.
Halle war nie ein besonders billiges Pflaster für Bauwillige. Lakemper: „Auf Schnäppchen zum Quadratmeter-Preis von 60 Euro oder weniger wartet man hier im Mittelzentrum vergebens.“ Das gebe es nur weit draußen auf dem Lande, wo die Bauherren auf Dauer weite Wege zum Einkauf, zu Kindergärten und Schulen in Kauf nehmen müssen.
Ein städtisches Baugrundstück in Halle kostet – ohne Erschließung – ab 115 Euro pro Quadratmeter aufwärts. Das ist der niedrigste Preis in der Bachweide. Dort gibt es weitere für bis zu 125 Euro. Für zwei letzte Baulücken in der Behringstraße werden 150 Euro erwartet. Die Mehrzahl der Baugrundstücke im Areal Am Berghof kosten gerade einmal zehn Euro mehr pro Quadratmeter. Und mit 180 Euro markiert das Top-Grundstück unter dem Lotteberg die Spitze der aktuellen Skala. Lakemper: „Dafür gibt es dann einen weiten Blick ins Münsterland.“
Das derzeit billigste Grundstück im städtischen Besitz zählt 533 Quadratmeter und kostet knapp 64.000 Euro. Dafür gibt es eines der letzten noch freien von einst 100 Grundstücken in Halles bisher größter Neubausiedlung Bachweide. Lakemper: „Die Bachweide ist eine echte Erfolgsstory: Ende 2005, als die Vermarktung begann, hätten wir kaum zu glauben gewagt, dass wir gerade einmal vier Jahre später schon die letzten Flächen anbieten.“
Und das, obwohl in diesem Zeitraum die Bautätigkeit deutlich rückläufig ist. Entstanden vor wenigen Jahren in Halle noch rund 125 Häuser pro Jahr, sind es derzeit noch gut halb so viele. „Und das liegt noch über dem Bundestrend“, erläutert Fachbereichsleiter Jürgen Keil. Die Gründe seien nicht vor Ort zu suchen, sondern flächendeckend gleich: „Da ist zum einen der Verlust der Eigenheimzulage als wichtige Eigenkapitalkomponente bei der Finanzierung. Zum anderen sind das verständliche Unsicherheiten des Einzelnen in wirtschaftlich eher schwierigen Zeiten.“ Wenn es wieder aufwärts gehe, werde die Nachfrage nach Bauland auch in Halle wieder deutlich anziehen. Keil: „Wir werden alles daransetzen, dafür gerüstet zu sein.“