Graf-Schwester enthüllte
Straßenschild in Bachweide
Kleine Feierstunde im Andenken an die „Weiße Rose“

Halle Westfalen. 30. November 2006. Dr. Anneliese Knoop-Graf, Schwester des Widerstands­kämpfers Willi Graf, enthüllte jetzt eines der neuen Straßenschilder im Haller Neubaugebiet Bachweide. Die Bühlerin ist die einzige noch Lebende, die alle 1945 von den Nazis hingerichteten Mitglieder der Gruppe „Weiße Rose“ persönlich kannte.

Die 85-jährige dankte den Hallern dafür, dass sie durch die Wahl der Straßennamen Willi-Graf-Straße, Alexander-Schmorell-Straße, Christoph-Probst-Straße und Geschwister-Scholl-Straße den Mitgliedern der Weißen Rose ein Denkmal gesetzt haben. „Die Wege in der Bachweide sollen uns an sehr mutige Menschen erinnern, die deutlich Nein gesagt haben. Und sie sollen uns mahnen, dass wir uns in der Gesellschaft engagieren, damit sich solch schlimme Zeiten niemals wiederholen“, sagte Halles Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann.

Schüler der Jahrgangsstufen 12 und 13 des Haller Kreisgymnasiums, denen Dr. Anneliese Knoop-Graf am Vortag von ihren Erlebnissen in der Widerstandsgruppe berichtet hatte, lasen in der Feierstunde aus Abschiedsbriefen Willi Grafs vor, die der Inhaftierte kurz vor seiner Hinrichtung an seine Eltern gesandt hatte. Hans Dieter Knoop, ehemaliger Rektor der Haller Hauptschule, hatte den Kontakt zu seiner Namensvetterin geknüpft und auch dafür gesorgt, dass die Straßenschilder in der Bachweide mit umfassenden Zusatzinformationen versehen wurden. Akio Ogawa-Müller und Rainer Petrasch von der Musikschule Halle umrahmten den kleinen Festakt, zu dem auch Vertreter der Kirchen, des Fördervereins und der Parteien gekommen waren.

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